Die häufigsten Ursachen
| Ursache | Woran man sie erkennt |
|---|---|
| Verschmutzung in Kanal oder Gerät | muffiger Geruch, oft beim Anlaufen der Anlage |
| feuchte oder volle Filter | Geruch nach nassem Karton, weniger Luft |
| stehendes Wasser in Kondensatwanne oder Befeuchter | fauliger Geruch, oft im Sommer |
| falsche Druckverhältnisse | Gerüche wandern zwischen Räumen oder Wohnungen |
| Abluftaustritt zu nah an Fenstern oder Ansaugung | eigene Abluft kommt wieder herein, Nachbarn beschweren sich |
| Fett in Küchenabluft | ranziger Geruch, auch wenn nicht gekocht wird |
Geruch in der Gastronomie
Im Restaurant gibt es zwei Probleme. Erstens: Küchengeruch zieht in den Gastraum. Das liegt meist daran, dass die Küche nicht im Unterdruck steht, weil zu wenig abgesaugt oder zu viel Zuluft eingeblasen wird. Zweitens: Die Nachbarn beschweren sich über die Abluft vom Dach oder aus dem Hof. Dann ist der Austritt zu niedrig oder zu nah an Fenstern, oder die Anlage ist so verschmutzt, dass sie auch kalt nach altem Fett riecht.
Eine gereinigte Küchenabluft riecht deutlich weniger. Wo das nicht reicht, kommen Aktivkohle, UV-Technik oder Elektrofilter in Frage, die ein Planer auslegen sollte. Für Gaststätten ist das auch eine rechtliche Frage, siehe Vorschriften für gewerbliche Küchenabluft.
Geruch aus dem Lüftungsschacht im Wohnhaus und Bad
In Mehrfamilienhäusern teilen sich oft mehrere Wohnungen einen Abluftschacht. Läuft der Ventilator nicht oder fehlen Rückschlagklappen, kann Luft aus einer Wohnung in die andere gelangen, typischerweise im Bad oder in der Küche. Auch ein abgedichteter Zuluftweg, etwa neue dichte Fenster ohne Nachströmöffnung, kann dazu führen, dass der Schacht in die falsche Richtung zieht.
Ansprechpartner ist hier zuerst die Hausverwaltung. Die Ursache findet man meist mit einer Messung der Druckverhältnisse und einem Blick in den Schacht. Für Wohnhäuser übernehmen wir die Reinigung zentraler Abluftschächte, nicht die Planung von Wohnungslüftung.
Was gegen Gerüche hilft
- Anlage reinigen, besonders Kanäle, Kammern und Kondensatwannen
- Filter wechseln, feuchte Filter sofort
- Zu- und Abluft neu einregulieren
- Rückschlagklappen in gemeinsamen Schächten prüfen
- Abluftaustritt versetzen oder erhöhen
- bei Küchenabluft: Aerosolabscheider prüfen, bei Bedarf Geruchsfilter nachrüsten
Duftstoffe im Lüftungssystem überdecken den Geruch nur. Die Ursache bleibt, und zusätzliche Stoffe in der Zuluft sind hygienisch keine gute Idee.
Filtertechnik gegen Gerüche
Aktivkohlefilter binden Geruchsstoffe in ihrer porösen Oberfläche. Sie sind wirksam, sättigen sich aber und müssen regelmäßig getauscht werden. Vor der Kohle braucht es einen guten Partikelfilter, sonst ist sie schnell zugesetzt.
Schwebstofffilter (HEPA) halten feinste Partikel zurück, aber keine Gase. Gegen Gerüche allein helfen sie wenig, als Vorstufe sind sie sinnvoll.
UV- und Elektrofilter werden in Küchenabluft eingesetzt, um Fett und Gerüche zu reduzieren. Sie brauchen Wartung und eine saubere Auslegung durch einen Fachplaner.
Häufige Fragen
Warum riecht meine Lüftungsanlage?
Meist wegen Verschmutzung, feuchter Filter, stehendem Wasser in Wannen oder falscher Druckverhältnisse. Eine Kontrolle der Anlage zeigt, welche Ursache es ist.
Woher kommt Geruch aus dem Lüftungsschacht im Bad?
Oft aus anderen Wohnungen am gleichen Schacht, wenn Ventilator oder Rückschlagklappen nicht richtig arbeiten. Ansprechpartner ist die Hausverwaltung.
Was hilft gegen Küchengeruch im Gastraum?
Die Küche muss im Unterdruck stehen: genug Abluft, passende Zuluft. Dazu eine saubere Haube und saubere Filter.
Helfen Aktivkohlefilter gegen Gerüche?
Ja, sie binden Geruchsstoffe. Sie müssen aber regelmäßig gewechselt werden und brauchen einen Partikelfilter davor.
Über den Autor

Schornsteinfegermeister und Geschäftsführer der Kleinfeldt GmbH in Limburg-Eschhofen. Mehr über ihn
